Pressemitteilung
Wegweisender Medizinpionier in Gießen geehrt
Prof. Fritz Lampert erhält „Gräfin-Emilie-von-Görlitz-Medaille“ in Anerkennung besonderer Verdienste
Gießen, 23. Juni 2026 –– Der international hochanerkannte Kinderheilkundler und Krebsforscher Prof. Dr. med. Dr. h.c. Fritz Lampert, Jg. 1933, erhielt in Gießen die erste „Gräfin-Emilie-von-Görlitz-Medaille“ der Balserischen Stiftung, einer der ältesten Gesundheitseinrichtungen in Hessen. „Wir möchten mit dieser Auszeichnung die außergewöhnlichen Verdienste des Preisträgers um das Gemeinwohl auf Basis seines herausragenden medizinischen Lebenswerks und unermüdlichen humanitären Engagements würdigen. Professor Lampert ist es wie kaum einem anderen gelungen, Wissenschaft, Mitgefühl und Verantwortung auf so bewundernswerte Weise miteinander zu verbinden“, betonte Geschäftsführer Michael Tuna anlässlich der Verleihung der Medaille, die nach der Gründerin der Stiftung aus dem 19. Jahrhundert benannt ist. Lampert leitete nach beruflichen Stationen u.a. in Frankfurt, Washington (USA), Erlangen und München die Kinderpoliklinik in Gießen, bevor er 1999 offiziell in den Ruhestand trat. Dazu fungierte er noch bis 2025 ehrenamtlich als Ärztlicher Vorstand der Balserischen Stiftung.
In seiner aktiven Zeit als Mediziner widmete sich Lampert insbesondere der Erforschung von Tumoren bei Kindern mit Schwerpunkt auf Chromosomenstruktur und -funktion von Leukämie- und Krebszellen. In Russland wurde er mit einem Ehrendoktor und einer Ehrenprofessur ausgezeichnet; das Kinderkrebszentrum in Jekaterinburg trägt seinen Namen. Als Professor für Pädiatrie
an der Kinderklinik in Gießen initiierte er zudem die „Tour Peiper“ (jetzt „Tour der Hoffnung“) zur nachhaltigen Unterstützung krebskranker Kinder. Dank dieses Engagements konnten bis heute bereits viele Millionen Euro an Spenden gewonnen werden. 1996 erhielt Lampert für seine medizinisch-humanitären Leistungen das Bundesverdienstkreuz erster Klasse.
Bericht zur Veranstaltung am 13. Mai 2026 im Alten Schloss in Gießen
Zukunft der Allgemeinkrankenhäuser im Fokus der ersten „Balserischen Runde“
Wie sieht die Zukunft der Allgemeinkrankenhäuser in Deutschland aus? Mit dieser hochaktuellen Frage beschäftigte sich die erste „Balserische Runde“, zu der die Balserische Stiftung Vertreter aus Medizin, Wissenschaft, Politik und Krankenhausmanagement nach Gießen eingeladen hatte.
Im Mittelpunkt der Diskussion standen die Auswirkungen der aktuellen Krankenhausreform. Während einige Teilnehmer die Reform als Chance für mehr Qualität, Spezialisierung und wirtschaftliche Stabilität bewerteten, warnten andere vor einer zunehmenden Gefährdung vieler Krankenhäuser – insbesondere kleinerer Einrichtungen und Häuser in freier Trägerschaft.
Prof. Dr. Helge Braun hob die Möglichkeiten hervor, die Digitalisierung, Künstliche Intelligenz und moderne Versorgungsmodelle für die Gesundheitsversorgung bieten. Prof. Dr. Christian Höftberger betonte die wirtschaftlichen Herausforderungen vieler Kliniken und sprach sich für stärker spezialisierte Krankenhausstrukturen aus. Andreas Leipert, Geschäftsführer des St. Josefs Krankenhauses Balserische Stiftung, plädierte für den Erhalt einer „starken zweiten Reihe“ leistungsfähiger Allgemeinkrankenhäuser neben den großen Zentren. Aus Sicht der medizinischen Ausbildung unterstrich Prof. Dr. Johannes Kruse die wichtige Rolle dieser Häuser für die Versorgung und Lehre im Umgang mit älteren und chronisch erkrankten Patientinnen und Patienten.
Die Veranstaltung machte deutlich: Die Zukunft der Gesundheitsversorgung wird nicht allein in Universitätskliniken entschieden. Allgemeinkrankenhäuser bleiben ein wichtiger Bestandteil einer wohnortnahen und patientenorientierten Versorgung. Gleichzeitig braucht es tragfähige Konzepte, um Qualität, Wirtschaftlichkeit und Ausbildung auch künftig miteinander zu verbinden.
Redner der ersten „Balserischen Runde“ (v.r.n.l.): Prof. Dr. med. Helge Braun, Prof. Dr. iur. Christian Höftberger, Herr Prof. Dr. med. Dr. h.c. Reinhard G. Bretzel, Michael Tuna, Prof. Dr. med. Johannes Kruse, Andreas Leipert
Pressespiegel
(Text zum Lesen bitte anklicken)
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