Newsletter
Balserische Stiftung
Ausgabe 01 | 2026
Editorial
„Lassen Sie sich inspirieren“
Wunsch und Ziel, die Gesundheit und das Wohlbefinden der Gemeinschaft zu stärken, sind wohl so alt wie die Menschheit selbst.
Die Balserische Stiftung, gegründet von Gräfin Emilie von Görlitz und benannt nach dem Medizinpionier Georg Friedrich Wilhelm Balser, kommt dieser Bestimmung noch nicht ganz so lange, aber immerhin seit nun mehr als 150 Jahren aktiv nach; erstmals erwähnt wurde sie sogar bereits vor genau 180 Jahren im Testament der Gräfin. Damit zählt sie zu den ältesten Gesundheitsinstitutionen in Hessen überhaupt.
Allen zeit- und weltgeschichtlichen Widerständen zum Trotz widmet sich die Stiftung bis heute ununterbrochen ihrem Ansinnen, der Allgemeinheit in Gießen, der Region und darüber hinaus zu dienen. Höchste Zeit also, mehr über unsere Anstrengungen zu berichten und vielleicht auch den einen oder anderen Adressaten zu inspirieren, an laufenden Projekten zum Wohle Aller teilzuhaben und diese über eine Spende – in welcher Höhe auch immer – ein wenig zu unterstützen.
Wesentlicher Bestandteil der Tätigkeit der „Balserischen“ ist ihr Engagement als Mit-Gesellschafterin des bürgernahen „St. Josefs Krankenhauses Balserische Stiftung“, das selbst eine ganz hervorragende Informationsarbeit leistet und Patientinnen und Patienten, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie die geneigte Öffentlichkeit insgesamt über alle Entwicklungen des Hauses regelmäßig auf dem Laufenden hält. Mit dem vorliegenden Premieren-Newsletter sowie einem neuen LinkedIn-Account und YouTube-Kanal möchten wir von der Balserischen Stiftung nun noch die Lücke zur Information über stiftungseigene Projekte schließen, die seit jeher neben dem gemeinschaftlichen Krankenhausbetrieb umgesetzt werden.
Derzeit treiben wir etwa die Unterstützung des „Elternvereins für leukämie- und krebskranke Kinder Gießen e. V.“ voran oder auch den Bau eines Kinderspielplatzes im Gießener Klinikviertel für die kleinen Patienten ebenso wie für Kinder der Nachbarschaft. Fördern Sie uns also gerne, wenn Ihnen Projekte wie diese genauso am Herzen liegen wie uns.
Erfahren Sie in der vorliegenden ersten Ausgabe zunächst mehr über die Stiftung selbst: etwa über unsere jüngst veröffentlichte Chronik, die Verleihung der ersten „Gräfin-Emilie-von-Görlitz-Medaille“ sowie das neue Aufklärungsformat der „Balserischen Runde“ – diesmal unter der Überschrift „Zukunft der Allgemeinkrankenhäuser in Deutschland“, ergänzt um kompakte Nachrichten zu weiteren Stiftungsthemen.
Ich wünsche Ihnen eine recht angenehme Lektüre!
Ihr
Michael Tuna
Impressum
hammann textbüro
In den Nußgärten 40 | 61231 Bad Nauheim
Tel.: 0177 23 55 925
hammann-textbuero@online.de
Balserische Stiftung
Wilhelmstraße 14 | 35392 Gießen
vorstand@balserische-stiftung.de
www.balserische-stiftung.de
Sparkasse Gießen
IBAN: DE10 5135 0025 0205 0006 22
Michael Tuna, Geschäftsführer Balserische Stiftung
Chronik der Balserischen Stiftung erschienen
180 Jahre auf 120 Seiten
Im Frühjahr präsentierte die Balserische Stiftung erstmals ihre Chronik in Buchform. Dabei stieß der Band zu unserer Freude auf großes Interesse bei Leserinnen und Lesern sowie regionalen Medien, die ausführlich über die Publikation berichteten. Auf 120 Seiten präsentiert die Chronik die Geschichte und Geschicke der Einrichtung von ihrer Ersterwähnung im Jahr 1846, den Aufstieg des Balserischen Hospitals, von Rückschlägen in Kriegs- und Krisenzeiten sowie Neubeginn und Wiedererstarken im Spiegel von Vergangenheit und Gegenwart, garniert mit überraschenden Anekdoten und aktuellen Interviews langjähriger Zeitzeugen.
Einen Eindruck des Inhalts vermittelt das Geleitwort des Bandes, verfasst von der Geschäftsführung der Stiftung, das wir im Folgenden auszugsweise wiedergeben:
„Mit Beginn des Jahres 2026 sind die ersten 180 Jahre unserer Stiftung vollendet. Das ist eine lange Zeit. Und doch gar nicht so lange, bedenkt man, dass ein einzelnes Menschenleben heute immer häufiger hundert Jahre oder länger währt. […] 1846, als Gräfin Emilie von Görlitz ihr Testament aufsetzte und darin erstmals die „Balserische Stiftung“ benannte, gab es noch lange keine Telefone, keinen Film, keine Autos, keine Flugzeuge, keine Röntgenbilder.“
„Könnte man eine Zeitreise ins Jahr 1874 antreten und würde das Balserische Stiftshospital betreten, es wurde gerade erst eröffnet, träfe man auf Patientinnen und Patienten, die zunächst mit Sorge und Schmerz in dem Haus erscheinen, um es nach einer erfolgreichen Versorgung durch Arzt und Pflegepersonal mit einem Wohlgefühl wieder zu verlassen. Daran hat sich grundsätzlich nichts geändert […] Bei allen technologischen Errungenschaften ist das Prinzip der Krankenversorgung also zeitlos geblieben. Ihm voran stand und steht immer das menschliche Mitgefühl, der Wunsch und das Ziel, Betroffenen zu helfen.“
Bedanken möchte sich die Geschäftsführung vor allem bei allen Mitarbeitenden, die Tag für Tag weiter an der Geschichte der Stiftung mitwirken. Unseren Auftrag als Förderer der Gesundheit in Gießen und über die Stadtgrenzen hinaus werden wir weiter mit aller Kraft und allem Engagement erfüllen – dazu zählen auch ein Förderpreis und eine Verdienstmedaille, die wir fortan vergeben werden, sowie eine regelmäßige „Balserische Gesprächsrunde“, die wichtigen aktuellen Themen rund um Gesundheit und Soziales eine öffentliche Bühne geben soll.
Stand heute sind noch einzelne Exemplare des Werks, das nicht über den Handel zu beziehen ist, vorhanden. Interessierte können sich gerne unter hammann-textbuero@online.de melden, um ein unentgeltliches Exemplar anzufragen.
„Balserische Runde“ zur Zukunft der Allgemeinkrankenhäuser
Reformen dürfen nicht zu Kahlschlag führen
Anlässlich der ersten „Balserischen Runde“ lud die Stiftung im Mai nach Gießen ins Alte Schloss, um das Thema „Versorgung unter „Dach und Fach“? Die Zukunft der Allgemeinkrankenhäuser in Deutschland“ zu erörtern. Dabei beschrieben die Teilnehmer Prof. Dr. med. Helge Braun, Kanzleramtsminister a. D., Prof. Dr. iur. Christian Höftberger, Präsident der Hessischen Krankenhausgesellschaft, Andreas Leipert, Klinikgeschäftsführer, und Prof. Dr. med. Johannes Kruse, Studiendekan des Fachbereichs Medizin der JLU, jeweils ihre Sicht auf die Folgen der aktuellen Krankenhausreform für die Allgemeinkrankenhäuser des Landes.
Hat das vertraute Modell von der örtlichen Klinik, die eine Fülle an Leistungen unter einem Dach anbietet, im Spiegel der Krankenhausreform überhaupt noch Bestand? Mit der Reform soll das Kliniksystem stärker spezialisiert und wirtschaftlich stabilisiert werden, wozu sogenannte „Leistungsgruppen“ eingeführt werden, die an Qualitätsvorgaben gekoppelt sind. Viele Experten sagen aufgrund dieser Neuerungen eine Schließungswelle von Häusern vor allem im ländlichen Raum voraus.
„Investieren in Personal, Strukturen und Innovation“
Prof. Dr. med. Helge Braun, Kanzleramtsminister a. D., Präsident der Lübecker Universität und selbst Humanmediziner, machte in einem Statement Mut: „Die Allgemeinkrankenhäuser in Deutschland stehen vor großen Herausforderungen – aber auch vor einer enormen Chance: Medizinischer Fortschritt, Digitalisierung, Künstliche Intelligenz und neue Versorgungsformen eröffnen die Möglichkeit, eine älter werdende Gesellschaft besser zu versorgen als je zuvor.“
„Nicht alle Häuser können alles anbieten“
Prof. Dr. iur. Christian Höftberger, Professor für Gesundheitsökonomie und Präsident der Hessischen Krankenhausgesellschaft, betonte: „Der Krankenhaustypus der Zukunft wird ein spezialisierterer sein – und idealerweise im Verbund mit anderen Häusern bzw. ambulanten Partnern der Region funktionieren. Ich glaube nicht, dass es „Wald- und Wiesen“-Krankenhäuser geben kann, die alles anbieten, da sie sich die Vorhaltungen für sämtliche Leistungsgruppen schlicht nicht leisten können.“
„Wir brauchen eine starke zweite Reihe an Kliniken“
Andreas Leipert, Geschäftsführer des St. Josefs Krankenhauses Balserische Stiftung, solidarisierte sich mit anderen Häusern: „Ungefähr so wie einem grob gefoulten Fußballer geht es momentan vielen deutschen Krankenhäusern.“ Er ist sicher: „Wir brauchen neben den Großkliniken eine starke zweite Reihe an Krankenhäusern, die sich in einem Qualitätswettbewerb beweisen. Unserem Haus wird das gelingen, aber ich bin leider überzeugt, dass es andere nicht schaffen werden.“
„Anderes Patientenklientel als in den Unikliniken“
Univ.-Prof. Dr. med. Johannes Kruse, Studiendekan des Fachbereichs Medizin der JLU Gießen, näherte sich der Bedeutung der Allgemeinkrankenhäuser aus ihrer Funktion als praktische Lehreinrichtungen: „Allgemeinkrankenhäuser haben ein Patientengut mit hoher Komorbidität, ältere Menschen und Patientinnen und Patienten mit chronischen Erkrankungen, die stärker an der Schnittstelle zur ambulanten Versorgung stehen.“ Prof. Dr. med. Dr. h.c. Reinhard G. Bretzel, Ärztlicher Vorstand der Stiftung, unterstützte die Ausführungen: „Für beides sind Allgemeinkrankenhäuser da. Das sollte man nicht vergessen.“
Neues Forum zu drängenden Gesundheitsfragen der Zeit
Mit der ersten „Balserischen Runde“ installierte die Stiftung ein Format, das regelmäßig aktuelle Gesundheitsthemen von hoher Relevanz in den Fokus rücken wird. Michael Tuna, Geschäftsführer der Balserischen Stiftung, unterstrich in seiner Begrüßungsrede, dass die Institution ihr historisches Erbe „als Auftrag für die Zukunft“ versteht: „Mit der „Balserischen Runde“ haben wir jetzt ein neues Forum geschaffen, das regelmäßig Menschen aus unterschiedlichen Bereichen wie Medizin, Pflege, Wissenschaft, Politik und Gesellschaft zusammenbringt – um die Zukunft unseres Gesundheitswesens gemeinsam zu gestalten.“
Wer die erste „Balserische Runde“ noch einmal erleben möchte, ob in voller Länge oder als kurze Impressionen, kann sich jederzeit die entsprechenden Mit- und Zusammenschnitte auf unserem YouTube-Kanal ansehen.
Erste „Balserische Runde“ ansehenWegweisender Medizinpionier geehrt
Prof. Fritz Lampert erhält „Gräfin-Emilie-von-Görlitz-Medaille“
In Anerkennung besonderer Verdienste um das Gemeinwohl.
Der international hochanerkannte Kinderheilkundler und Krebsforscher Prof. Dr. med. Dr. h.c. Fritz Lampert, Jg. 1933, erhielt im Frühsommer in Gießen die erste „Gräfin-Emilie-von-Görlitz-Medaille“ der Balserischen Stiftung. „Wir möchten mit dieser Auszeichnung die außergewöhnlichen Verdienste des Preisträgers um das Gemeinwohl auf Basis seines herausragenden medizinischen Lebenswerks und unermüdlichen humanitären Engagements würdigen“, betonte Geschäftsführer Michael Tuna anlässlich der Verleihung.
Lampert leitete nach beruflichen Stationen u. a. in Frankfurt, Washington (USA), Erlangen und München die Kinderpoliklinik in Gießen, bevor er 1999 offiziell in den Ruhestand trat. Dazu fungierte er noch bis 2025 ehrenamtlich als Ärztlicher Vorstand der Balserischen Stiftung. In seiner aktiven Zeit widmete er sich insbesondere der Erforschung von Tumoren bei Kindern. In Russland wurde er mit einem Ehrendoktor und einer Ehrenprofessur ausgezeichnet; das Kinderkrebszentrum in Jekaterinburg trägt seinen Namen. 1996 erhielt Lampert für seine medizinisch-humanitären Leistungen das Bundesverdienstkreuz erster Klasse.
Forscher und Menschenfreund
In seiner Laudatio unter freiem Himmel beschrieb Tuna den ersten Träger der Gräfin-Emilie-von-Görlitz-Medaille als einen „Forscher, der Wissen geschaffen hat, und einen Humanisten, der Hoffnung spendete“. „Als er begann, Leukämie zu erforschen, lag die Sterblichkeit bei fast einhundert Prozent. Zum Ende seiner aktiven Zeit überlebten bereits vier von fünf Kindern. Diese Entwicklung geht auch auf das jahrzehntelange Engagement des Preisträgers zurück.“
Mit der „Gräfin-Emilie-von-Görlitz-Medaille“ zeichnet die Stiftung ab 2026 jährlich Persönlichkeiten für ihr herausragendes Lebenswerk zur Förderung des Gemeinwohls aus.